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Mathematische Forschung in Potsdam

Vortragsreihe in der Urania Wilhelm Foerster

Institut für Mathematik, Universität Potsdam


Vom 21.10. bis 16.12. veranstaltet das Institut für Mathematik gemeinsam mit der Potsdamer Urania wilhelm Foerster e.V. eine Vortragsreihe über aktuelle Themen mathematischer Forschung, wie sie von Wissenschaftlern der Universität Potsdam gegenwärtig betrieben wird. In der Öffentlichkeit sind solche Forschungsthemen bislang kaum präsent, obwohl die behandelten Fragen direkte Bezüge zum alltäglichen Leben oder zu sehr populären Themen anderer Wissenschaften aufweisen. In der Vortragsreihe werden einer breiten, interessierten Öffentlichkeit einige interessante mathematische Probleme erläutert: von der Rolle der bekannten Gauß'schen Glockenkurve in der alltäglichen medizinischen Diagnostik bis hin zu der Frage, welche Geometrie unser Universum haben könnte bzw. anhand welcher physikalischer Effekte man dies beobachten kann.

Die Vorträge im einzelnen:


Dienstag, 21.10.2008, 18:00 Uhr:

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Prof. Dr. Henning Läuter: Die Gauß'sche Glockenkurve in der medizinischen Diagnostik

Bereits am Beginn des 19. Jahrhunderts erkannte Carl Friedrich Gauß die Bedeutung der nach ihm benannten Glockenkurve zur Abschätzung der statistischen Streuung bei großen Datenmengen. Viele statistische Schätz- und Testverfahren, die heute bei praktischen Analysen eine wesentliche Rolle spielen und häufig benutzt werden, basieren auf einer solchen vorausgesetzten Normalverteilung. Diese Voraussetzung ist häufig dadurch gerechtfertigt, dass die Gaußsche Verteilung eine maximale Verteilung in statistischen Modellen ist. Der Einsatz solcher statistischer Verfahren in der computergestützten medizinischen Diagnostik liefert z.B. neue Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen gemessenen Arterienpulswellen und endogenen Psychosen (Depressionen, Schizophrenien).




Dienstag, 11.11. 2008, 18:00
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Prof. Dr. Matthias Holschneider, PD Dr. Christine Böckmann: Mathematische Mikroskope und Klimaforschung


Mittels „wavelets“ – zu deutsch: „Wellchen“ – kann man mathematisch sichtbar machen, was wir hören. Wavelet-Transformationen bilden dadurch ein mathematisches Ohr, aber auch ein mathematisches Mikroskop, das es uns erlaubt, Signale auf kleinen Skalen zu analysieren. Eine ganz andere Art der Analyse erfordern die sog. „inversen Probleme“ der Klimaforschung: Neben den Treibhausgasen beeinflussen auch luftgetragene Partikel unser Klima, die mittels optischer Laserradare vermessen werden. Die nahezu detektivische Aufgabe für die Mathematik besteht darin, die unterschiedlichen Partikel anhand ihrer „Fußspuren“ zu identifizieren.





Dienstag, 18.11.2008, 18:00 Uhr
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Prof. Dr. Sylvie Roelly, Prof. Dr. Markus Klein: Mathematik im Gewitter

Im Jahr 1905 lieferte Albert Einstein eine theoretische Beschreibung zufälliger Diffusionen kleiner Teilchen, der sogenannten Brownschen Bewegung. Mit ihrer Hilfe gelang erstmals eine statistische Deutung der Wärmeleitung durch zufällige Bewegungen und Stöße der Teilchen. Auch die Flämmchen des St.-Elms-Feuers in einem Gewitter – von Seefahrern seit der Antike als Unheilsbote gefürchtet – lassen sich statistisch erklären. Die Mastspitzen, an denen diese Flämmchen aufleuchten, sind die irregulären Randpunkte der Entladung einer elektrischen Spannung in der Atmosphäre.





Donnerstag, 20.11.2008, 18:00 Uhr
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Prof. Dr. Klaus Denecke: Künstliche Intelligenz: Maschinisierung menschlichen Denkens?

In der Forschung über Künstliche Intelligenz stellt die Wissensrepräsentation einen zentralen Bereich dar. Begriffliche Wissensverarbeitung ist eine Leitidee, die Sozial- und Informationswissenschaftler, Mathematiker und Informatiker vereint, um sich für dem menschlichen Denken in Begriffen angemessene Werkzeuge der Erfassung, Übertragung und Vermittlung von Daten und Wissen einzusetzen. Während Daten-, Wissens- und Informationssysteme zu einer mechanistischen Reduktion menschlichen Denkens tendieren, zielt die Begriffliche Wissensverarbeitung auf die Entwicklung von Instrumenten, die Menschen im rationalen Denken und Handeln unterstützen. Die Erforschung der formalen Strukturen, die diesen Instrumenten zugrundeliegen, wird an anschaulichen Beispielen erläutert.





Dienstag, 2.12.2008, 18:00 Uhr
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Prof. Dr. Thomas Jahnke: Die Pisauntersuchungen - ihre Aussagen und ihre Folgen für den Schulunterricht
Das Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler bei dem Programme of International Student Assessment (PISA) hat in den Jahren 2001, 2004 und 2007 in den Medien große Aufmerksamkeit erregt und eine breite Diskussion über die Leistungen des deutschen Schulsystems entfacht. Wie stichhaltig sind die Aussagen von Pisa? Was lässt sich aus ihnen folgern? Welche Auswirkungen hat PISA auf den Schulunterricht? Sind das die richtigen Folgen?





Dienstag, 16.12.2008, 18:00 Uhr
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Prof. Dr. Christian Bär: Die Geometrie des Universums: Grundideen der Allgemeinen Relativitätstheorie

In Albert Einsteins 1905 formulierter Spezieller Relativitätstheorie müssen die klassischen Vorstellungen des absoluten Raumes und der absoluten Zeit aufgegeben werden zugunsten des Konzepts der 4-dimensionalen Raum-Zeit. Um auch Schwerkraft berücksichtigen zu können, wird die Spezielle zur Allgemeinen Relativitätstheorie erweitert. Das Besondere beider Theorien ist, dass darin die physikalischen Effekte als Phänomene der Geometrie verstanden werden können. Die zugrunde liegende Geometrie ist allerdings nicht die klassische euklidische Geometrie, sondern die Riemannsche Geometrie gekrümmter Räume. Die Erforschung dieser Geometrien liefert Erkenntnisse mit erheblichen physikalischen Konsequenzen etwa für die Lichtablenkung an Sternen oder die Existenz schwarzer Löcher.






Veranstaltungsort:
Urania "Wilhelm Foerster" Potsdam e.V.
Gutenbergstr. 71-72
14467 Potsdam

Beginn: 18:00
Eintritt: jeweils 2,-




Die Veranstaltung wird unterstützt durch:
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